10.12.2014 Maedness - Live @ Club Zwoelfzehn, 5.12.14

Stuggi schreit „Maggo“

Wer vor ein paar Jahren auf der „The Good, the Bad and the Alki“-Tour war, der weiß bescheid um die Live-Qualitäten des MC's, der sich dieses Jahr mit seiner EP „Maggo“ mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet hat. Oder hat sich irgendeiner, der was auf seine Deutschrap-Kenntnis hält, diese EP vielleicht nicht reingezogen? Jemand „Ich sterbe für HipHop“ mit Yassin oder ernsthaft den Kampinger auf gleich zwei neuen Tracks verpasst? Huh?

No way, weswegen dieser Abend eigentlich auch Pflichttermin für gestandene HipHop-Fans hätte sein sollen. Aber immerhin gab es enorme Konkurrenz durch Errdeka und Cro zur selben Zeit, also war der Andrang eher so mittelmäßig. Und haben wir nicht alle auch schon so viel vor in der Vorweihnachtszeit? Wer es allerdings trotzdem ins Zwölfzehn geschafft hatte, konnte sich ein Weihnachtsplätzchen freuen, schließlich war neben Mädness auch sein von Deutschrap viel gefeierter Bruder Döll mit am Start und zudem ein Special Guest angekündigt. Gute Voraussetzungen also für einen legendären Abend!

Vielen von euch vielleicht schon von diversen Battles in Stuggi bekannt, durfte Signer mit seinem Backup Erabi die Show mit Tracks aus seinem neuen Album „Die Signerdroge“ eröffnen. Eine zwar immer undankbare, aber sehr gelungene Aufgabe, die auch weniger Battle-Affine voll zu überzeugen wusste. Karlsruher Slang kann eben auch in Stuggi rocken, oder „Was meinsch?“. In der Südstadt hat man die „Füchse in den Nike-Socken“, da wird gebounced bis es „Zu arg“ wird. Ein abwechslungsreicher und motivierter Auftritt sorgte für geschmeidige Feierstimmung und eine ordentliche Meute vor der Bühne.

Diese konnte der nächste Support-Act Johnny Rocksville mit seinem DJ Arschtritt Lindgren dann dankbarerweise übernehmen und hielt auch gekonnt das Level. Allerdings waren Parallelen zu, sorry dass man es einfach schreiben muss, wenn's jeder Erste sagt, Marteria bei aller Don't hate – Einstellung nicht zu überhören. Tracks mit Themen nach Großstadt-Sinnsuche, Sky is the limit – Mentalität, Partymachen wie ein Helicopter, Beats mit ordentlich Bumms und tiefer Stimmlage ließen vermuten, dass der Rapper demnächst im Backstage verschwinden und mit irgendeiner Maske wieder rauskommen würde. Stop! Feiertauglich war das allemal, nur eben auch unüberhörbar gebückt vor der Zukunft.

Aber die junge Leut', schwätze nur dummes Zeug, gell? Es wurde Zeit für den Gude und sein Trademark-Adlib, dass schon als Alleinstellungsmerkmal reicht, huh? Dass ein Track wie „Maggo“ direkt die Bude einreißt, muss man hier wohl keinem ausführlich erklär'n. „Wer macht auf der Bühne Moves wie der Jacko – Mädness, Stuggi schreit Maggo!“ Dicke Props muss man auch an Döll verteilen, der Kamps EP-Parts auf „Wir machens immernoch“ und „Häng ab“ gekonnt übernahm und auch für 3 Tracks seiner EP „Weit entfernt“ jede Menge Liebe vom Publikum bekam. Die beiden Brüder wissen auf jeden Fall, wie man mit der Kombination aus tighten Raps und hessischem Slang die Crowd zum Mitgrölen, Lachen und Feiern bringt. Dabei spielte Mäd neben der Maggo-EP auch Tracks aus früheren Alben wie „Cooler“, „Gude“ und „Solche Rapper“, die Langzeitfans aber sowas von mitschreien ließen, vor allem als er die Bühne verließ und mitten in der Crowd mitbouncete. Ganz zu schweigen von „Ich sterbe für HipHop“ und „Wachtraum“. Wenn dann auch noch Stuggi´s own Dexter auf der Bühne vorbeischaut und die „Doobies“ mitbringt, hat man auf jeden Fall 'nen dicken, klebrigen Batzen Spaß gehabt. Und so singt man für den Rest des Abends nur so vor sich hin: „Ich feier es, ich feier es, heyhey!“

Text: MausDef

 

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