12.04.2013 Tha Alkaholiks, Cali Agents, Black´n´Proud @ Cue, Stuttgart

Die Vorfreude unter den Stuttgarter HipHop-Fans kannte kaum Grenzen, schon seit Tagen wechselten sich auf Facebook Liks- und Cali Agents-Postings ab. Sieht man ja auch nicht alle Tage, die Herren von der Westcoast! In Kombination mit Black´n´Proud, die wohl ebenfalls seit Jahren für gelungene Live-Shows mit großem Spaßfaktor bekannt sind, versprach der Abend ja auch legendär zu werden.

Zumindest für bereits erwähnte langjährige HipHop-Fans. Denn der Eintrittspreis von 25 Euro wurde dann doch von vielen als sehr teuer empfunden und so drehte mancher Jungspund oder Schwabe vor dem Eingang wieder ab.

Aber ey: It´s tha Liks! Die Party-Meute von der Westcoast, die schon mit jedem deiner Lieblingsrapper einen drauf gemacht hat! Wenn die nicht wissen, wie man ordentlich feiert, wer muthafuckin´ dann? Und wer will das ernsthaft verpassen? Also was soll der Geiz, die schon immer tighten Cali Agents gibt’s ja auch noch dazu! So oder so ähnlich werden sich wohl viele dann doch selbst überredet haben, denn nach anfänglicher Leere wurde es nach und nach immer enger vor der Bühne, auf der Black´n´Proud`s Marz mit Backup Mr. Shiz und DJ Henster gegen 22 Uhr mit einem brutalen Intro erstmal(s) Solotracks seiner demnächst erscheinenden „STGTmatic“-Platte vorstellte.

Trotz eher dürftigem Sound gelang es ihnen, die Leute nach vorne zu ziehen und neugierig zu machen. Die bereits bekannten Tracks „Den Namen nichtmal sagen(Komm nach STGT)“ und „Mutterstadt“ (auf Schwäbisch) fanden erwartungsgemäß den meisten Anklang, aber auch von anderen Tracks und Acapellas schien das Publikum sehr angetan. Mit BnP-Tagteampartner Bonzi fiel dann auch die Anspannung ab und die beiden spielten sich gut gelaunt durch einige ihrer Lieblingstracks wie „Antilovesong“, „Krank“ oder „Bleiben für immer“. Spätestens mit ihrer Bandhymne „Ich will so sein wie“ waren die Leute am Tanzen und Feiern und man verließ die Bühne mit viel Applaus und einigen neuen Fans.

Die Cali Agents ließen danach dann glücklicherweise nicht lange auf sich warten. Und boah, wie Rasco und Planet Asia gleich loslegten! Standesgemäß wurde hier erstmal mit „The anthem“ eröffnet, aber nicht kalifornisch layed-back, sondern straight nach vorne und mit Druck am Mic! Die beiden machen das schon ein paar Jahre länger, aber immernoch so hungrig wie Newcomer. Kommentar anwesender Rapper im Publikum: „Die sind so geil!!!“ Word. Das sind noch richtige Rapper. Da gibt’s keinen für die Ladys und den Club und die Drinks, da gibt’s Rap in deine Fresse gespittet, pam-pam-pam! Hände hoch! Voller Power und Spaß spielte man sich durch diverse Underground-Hits wie „How the West was one“, „Cali nights“, „Microphone madness“, „This is my life“ usw., kombiniert mit Solotracks und Acapellas. Eine gelungene Mischung aus Classics und neueren Tracks plus der sichtbar schweißtreibende Einsatz am Mic brachte das Publikum immer wieder in den „Ante up-Modus“, sprich durchdrehen. Mit „Give it up for the DJ - DJ Henster!“ zollten beide dann Respekt und Dank für die Arbeit an den Turntables, was dieser zuerst gar nicht zu glauben schien, aber dann freudig entgegennahm. Und falls der Beat mal ausfällt, killt man halt alles mit Acapella-Flows, whut?! Höhepunkt gegen Ende stellte dann „Neva forget“ dar, ihr sicherlich bekanntester Track, wo mindestens jeder zweite im Refrain mitsang. Mission accomplished, Agents!

 

Ohne Pause wurden die Mics dann an die Alkaholiks weitergerreicht. Diese spielten gleich zu Beginn einen ihrer größten Hits, „Alcoholic“ vom Xzibit-Album damals mit Defari, remember? „Call it, what you wanna call it, i´m a fuckin´ alcoholic“ wurde zu Beginn der Show aber nur halb so laut mitgegrölt, wie es sicherlich gegen Ende funktioniert hätte, schade. Dennoch, die Liks wissen schon, wie man den Laden rockt, auch wenn sie mittlerweile nur noch zu dritt sind, da J-Ro wohl die Gruppe verlassen oder keinen Bock mehr hat? Bin da wohl nicht so im Bilde wie mancher Hardcore-Fan in der ersten Reihe. Jedenfalls shouteten die Jungs „We miss you J-Ro“, vielleicht in Erinnerung an alte Zeiten. Diese wurden dann auch ausführlich zelebriert mit „Only when I´m drunk“, „HipHop Drunkies“, „Make Room“, „Lalala“ und wie sie alle heißen. Rundherum wurde ordentlich getrunken, gefeiert und getanzt, der Name ist eben Programm. In einem Haufen von Scherben und Pfützen stehend shouten es alle mit: "It´s tha Liks, baby!"

Text: MausDef

 

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