27.02.2016 Roger & Schu ft. Bixtie Boys u. Toba Borke @ BIX Jazzclub, 13.02.2016

Die alten Herren des Rap als Newcomer im Jazz

Jaja, sie tun es immernoch. Auch wenn ihre Band zuletzt öffentlich ihre Auflösung bekanntgab, für die beiden scheint es nach wie vor keinerlei Motivationsprobleme zu geben. Ganz im Gegenteil! Erst recht nicht, wenn man zum ersten Mal überhaupt in solch einer Location auftritt. „Mama, ich bin in einem Jazzclub!“, um Roger im O-Ton zu zitieren. Nach Tobas fast schon traditioneller Freestyle-Eröffnung wird der Modus von den Jungs dann auch gleich beibehalten und erstmal das Publikum, die Band und das (ausverkaufte) BIX mit Props versorgt. Man merkt, die Jungs haben richtig Bock!

Tja, wer hätte das gedacht damals, als die Jungs noch am „Gettin' busy“ waren mit Mädels, Skaten und Süßkram? Das „Funky & Frech“ mal mit den „Bix Lebowskis“ im „Viervierteltakt“ performed wird, während wir die Luft schieben? Und das alles ohne wirklich zu Proben? Internet und die Professionalität der Instrumentalisten machen's eben möglich. Einziger Wehmutstropfen: Die klassische Konstellation aus MC's und DJ, in der die Jungs mit DJ Sixkay für die Live-Auftritte zu ihrem Album „Clap your fingers“ einiges einstudiert hatten, muss heute leider zum Großteil entfallen. Dennoch gibt es zwischendurch auch ein paar richtig nice Cuts und Scratches von ihrem Mann an den Plattentellern zu hören.

Nach fünf Songs ist dann erstmal Pause. Pause?! Ja, weil sich das in einem Jazzclub eben so gehört. Auch wenn die Jungs weißgott keine gebraucht hätten, Zeit sich ein neues Augustiner zu holen, das aber (wen wundert's?) mittlerweile an diesem Abend ausverkauft ist. Ein grandios aufgelegter Schu stellt nach dem mega gefeierten „Meine Jungs“ dann auch fest, dass sie ja altersgemäß mittlerweile sowieso viel lieber Wein trinken, Auskenner-mäßig so zu Chips und Gummibärchen. Und das verdammt viele hübsche Frauen anwesend sind. Aber sein Shirt schon angeschwitzt ist. Dann mal weiter mit den „Bixie Chicks“, denn so ein unterhaltsamer Abend „Kommt nicht mehr zurück“. Das ist eben „Die Art“, wie sie es machen, oder wie Sixkay mittendrin passend reinmixt: „This is how we do it“. #Beste Unterhaltung!

Natürlich darf auch ein bisschen Topf-Shit nicht fehlen, für die Fans der alten Schule gibt es den Klassiker „Party-Safari“ als Zuckerle mal etwas anders mit Liveband, bevor uns die beiden mit auf ihre „Insel“ nehmen und damit zum Chillen in die zweite Pause schicken. Zurück von der Bar gibt es die musikalische Quittung „In bar“ und die Jungs haben bereits jetzt schon längst bewiesen, dass sie alles andere als die im folgenden Song beschriebenen „Hochstapler“ sind. Wer bei der abschließenden Freestyle-Session dann auch noch die „Bixie Klos“(lol) anhand des Event-Flyers namentlich vorstellt und mit fast vierzig noch den ganzen Abend so lustige Sprüche und Reime dropt, für den scheint ein Ende noch lange nicht in Sicht. Den ersten Schritt ihrer neuen Karriere im Jazz-Metier haben Roger und Schu jedenfalls einmal mehr mit Bravour gemacht. Funktastic!

Text: MausDef

 

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