11.02.2016 Cee Dub + Monsieur Egal - Wir machen eh nur Beats

www.soundcloud.com/cee-dub-1

www.facebook.com/gibdirdenshit

www.soundcloud.com/gerakules

www.facebook.com/monsieuregal

www.facebook.com/loyalbandits

Mit dem Intro „Eh nur Beats“ kommt man entspannt rein in die vermutlich verrauchte Bude, in der die beiden titelgebend nichts anderes tun, als Beats zu basteln. Doch auch wenn dabei das Motto „Faul aus Prinzip“ lautet, regiert auf diesem 20 Tracks starken Langspieler keine hängengebliebene Langeweile. So erinnert bspw. „Loyal Bandito“ mich an Tarantinos „Django“ und kommt mit geilen Horns so richtig epochal. Auch auf Hollywood geht es jazzig-swingend zu mit den Bläsersätzen. „Lazy Wonder“ klingt mit seinen tiefen Bässen und der düsteren Athmosphäre nach Alchemist in seinen besten Zeiten. Überhaupt geht es hier musikalisch sehr abwechslungsreich zu: Keys, Streicher, Gitarren, Gesangs- und Sprachsamples, Vinylknistern, Scratches – alles, was dem Beat-Fan im Allgemeinen gefällt. Die Drums knackig wie Wiener, die Basslines fett gerollt wie Rouladen. Sogar ein Ausflug in Reggae-Gefilde ist mit „Ya man!“ dabei. Und über den Remix von „Dangerous“ hätte sich Bus-a-Busta Rhymes mit Sicherheit auch gefreut.

In der Halbzeit was zum Artwork: Über Splitcover habe ich mich ja an anderer Stelle schon geäußert. Wenn sie aber wie hier im Comic-Style von Künstlern wie Kalle Klex illustriert werden, muss man sagen, das gefällt dann doch und zeugt davon, dass sich jemand über die Musik hinaus mit dieser Kollabo Gedanken um das Gesamtkunstwerk gemacht hat. Auch das Graffiti mit der MPC auf der CD sowie deren Gestaltung als besprühtes Vinyl kommen nice.

In die zweite Hälfte des Albums startet man mit dem simpel aufgebauten „Monsieur Pater“ etwas ungewohnt lame, um danach allerdings mit „Fick dich“ gleich wieder so richtig auf der Straße nach vorne zu preschen. Auf dieser fahren wir weiter zu einem musikalischen Ausflug nach Spanien („Matito Maldicion“) und fühlen in uns die Stimmung eines „Laydback Balu“ wachsen. Ein sommerlicher Skit leitet über und wir sind ready to „Feel the Faul“. Chillig sag ich euch.

Um wieder etwas in Schwung zu kommen, verleitet das Drum-Geklacker von „Lay Cee Delirium“ enorm zum Kopfnicken. Schließlich muss man wach sein, wenn man noch den Inkas gegenübertritt („Anthem of the Incas“) und abschließend etwas düster und deprimierend zweideutig feststellt: „Da ist was faul“. Zum Glück entlässt einen das „Lazy Outro“ dann doch mit einem breiten Smile am Ende eines facettenreichen und daher, wie ich finde, hörenswerten Instrumental-Albums. Auch für Rapper dürfte der Sound der beiden interessant sein, da man sich producer-technisch nicht zu sehr verfrickelt, aber dennoch stets eine gewisse Dramaturgie in den Songs erkennbar ist. Jedenfalls freue ich mich bereits auf neue Projekte aus dem Hause der Loyal Bandits. Big up!

Text: MausDef

2017 Hip Hop Stuttgart | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt